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Auswahl eines Büro PCs  
 von Stefan Aigner* * * * 

 

Der optimale Unternehmens-PC scheint schnell gekauft zu sein. Die großen Elektronik-Ketten bieten massenhaft Computer zu (scheinbar) attraktiven Preisen an. Doch solche vermeintlichen Schnäppchen sind nicht immer die beste Wahl.

Hardware-Ausstattung

Die Hardware Ausstattung, d.h. die Elektronikteile aus denen ein Computer besteht sind immer von besonderer wichtig. Viele Anzeigen werben mit hohen Taktfrequenzen, Top-Ausstattung und vielen Beigaben. Doch oft steckt der Teufel im Detail. Wir wollen uns hier einige Kennzahlen genauer ansehen:

CPU (Prozessor): Gerade beim Prozessor wird mit enormen Taktfrequenzen geworben. Meist steckt ein Prozessor der Firma Intel (Intel Pentium oder Intel Celeron) oder ein Prozessor der Firma AMD (AMD Athlon, AMD Duron) im Computer. Taktangaben von 3GHz und mehr sind heute keine Seltenheit mehr. Doch gerade hier kann meist gespart werden. Achten Sie nicht so sehr auf die hohen Taktfrequenzen, sondern auf die Gesamtausstattung. Auch auf die Produktbezeichnung ist zu achten! Ein Intel Pentium ist nämlich grundsätzlich einem Intel Celeron überlegen, da die Celeron-Reihe die Low-Cost Variante von Intel ist (bei AMD ist dies die Duron Reihe). Doch gerade bei reinen Büroanwendungen reicht die Low-Cost Variante (Celeron oder Duron) meist aus! Nur wenn Sie besonders rechenintensive Programme (Grafiker, 3D-Spiele, math./physische Modelle, etc.) durchführen, sollten Sie auf keinen Fall auf die Low-Cost Variante setzen. Beide Prozessor Hersteller versuchen immer wieder durch neue Markennamen und Produktbezeichnungen Verwirrung zu ihren Gunsten zu schaffen. Intel tat dies mit MMX und ähnlichen Marketingsprüchen, AMD mit den Prozessorbezeichnungen xxx+, wie z.B. 2000+ (AMD Athlon 2000+). Normalerweise steckt in dieser Angabe die Taktfrequenz des Rechners. Bei AMD ist dies aber nicht so, denn ein z.B. ein Athlon 2000+ ist langsamer getaktet, als mit 2000MHz (= 2GHz). Durch diverse Optimierungen sollte dieser Prozessor einer 2GHz Variante (des Mitbewerb) ebenbürtig sein.

Arbeitsspeicher (RAM): Im Gegensatz zur CPU gilt hier meist die Regel je mehr desto besser. Heutzutage sollten es schon 256MB Arbeitsspeicher sein, mehr ist auch nicht schlecht, für normale Büroanwendungen derzeit allerdings nicht unbedingt notwendig. Zusätzliche Angaben wie "DDR" sind zwar für Techniker wichtig, jedoch versuchen damit manche unseriösen Anbieter Ihre Computer besser darzustellen.

Festplatte (HD, Harddisk): Auf der Festplatte werden die gesamten Daten gespeichert. Während die Geschwindigkeit der heutigen Festplatten kein Problem mehr darstellt, ist das wichtigste Kriterium die Größe. Auch hier gilt prinzipiell je größer desto besser, kleiner als 20GB sollten Sie auf keinen Fall mehr kaufen! Allerdings haben Untersuchungen auf Büro-PCs gezeigt, dass meist weniger als 10GB benutzt sind, mit einer 30GB bis 80GB Festplatte kommt der normale Büroanwender also vollkommen aus. Angaben wie "7200rpm" geben die Umdrehungsgeschwindigkeit der Festplatte an. Zwar sind prinzipiell Festplatten mit höherer Umdrehungsgeschwindigkeit schneller, dafür werden Sie aber auch heißer. Gut optimierte 5200rpm Platten sind daher nicht besonders negativ zu sehen (außer beim Videoschnitt).

Grafikkarte: Die Grafikkarte ist nur für Spieler besonders wichtig, beim klassischen Büro-PC ist diese eher unwichtig. So gut wie jede heutige Grafikkarte ist für den Büro Alltag geeignet, lassen Sie sich daher nicht von Daten wie "128MB DDR xx Grafikkarte!" beeindrucken!

Laufwerke (CD, DVD): Viele Komplett-PCs werben mit einer besonders grosszugügen Laufwerksausstattung. Neben Diskettenlaufwerk, DVD Laufwerk findet sich immer öfter auch ein DVD-Brenner. Doch Vorsicht, gerade bei Komplett-Angeboten wird hier im Detail gespart. Gerade bei DVD-Brennern sollte man vorsichtig sein. Ein im Fachhandel extra erworbenes Gerät leistet meist bessere Arbeit, auch wenn dies nicht immer gleich zu sehen ist, denn bei DVD-Brennern kommt es besonders darauf an möglichst unterschiedliche Medien möglichst sauber zu beschreiben. Erst bei auftretenden Kratzer auf der DVD zeigt sich welcher DVD-Brenner tatsächlich gut ist. In Büro-PCs genügt meist ein DVD-Leselaufwerk, PCs mit reinen CD-Laufwerken sollten heute nicht mehr gekauft werden. Ein CD oder DVD-Brenner ist vor allem zur Datensicherung interessant, wenn Sie Datensicherungen anderweitig durchführen, können Sie darauf verzichten. Laufwerke können meist problemlos nachgerüstet werden.

FireWire (IEEE 1394): FireWire ist eine besonders schnelle Schnittstelle um externe Geräte mit einander zu verbinden. In der Praxis hat sich FireWire derzeit nur im Videobereich durchgesetzt. Meist können so Camcorders mit dem PC verbunden werden. Da dies bei Unternehmens-PCs eher selten vorkommt, ist die FireWire Schnittstelle nicht besonders wichtig.

USB (USB 2.0): Ganz anders verhält sich dies bei der USB-Schnittstelle. Dieser Schnittstelle kommt eine besonders wichtige Bedeutung zu. Jeder moderne PC sollte über mindestens 2 (besser 4 oder 6) USB2 Schnittstellen (achten Sie auf die 2, welche für die 2. Generation von USB steht) verfügen, denn Drucker und Scanner werden immer öfter auch Tastatur, Maus und vieles mehr über diese Schnittstelle angeschlossen.

Soundkarte: Zwar sollte auch ein Büro-PC eine Soundkarte besitzen, die weiteren technischen Details dieser Karte sind jedoch egal, da bei einem Büro-PC die Klangqualität nicht einem professionellen Tonstudio gleich kommen muss.

Netzwerkanschluss: Jeder Büro-PC sollte mit einer 10/100 Mbits Twisted Pair (RJ45) Ethernet-Schnittstelle ausgerüstet sein.

Sonstige Ausstattung: Einige Komplett-Anbieter rüsten die PCs gerne mit weiteren Zusatzgeräten wie z.B. einem Kartenleser oder einem Modem aus. Je nach Anwendungsfall können diese Geräte nützlich sein, werden jedoch oft nicht benötigt.

Software-Ausstattung

Viele Komplett-PCs kommen auch mit einer Software (Programm) Ausstattung auf den Markt. Ganz wichtig, jeder gekaufte PC sollte mit einem aktuellen Betriebssystem (derzeit Microsoft Windows XP) ausgestattet sein! Die restliche Software-Ausstattung ist oft unnötig. Wenn der PC über ein eingebautes DVD-Lafuwerk bzw. einen CD oder DVD Brenner verfügt, so sollte auch ein entsprechendes Programm zur Bedienung des Gerätes beiliegen (z.B: Ahead Nero zum Brennen, WinDVD zum abspielen von DVD Filmen, u.v.m.). Zusatzausstattungen wie Office Pakete und AntiVirus-Programmen wirken oft besser als Sie sind. Bei der Angabe des Office Paketes ist in den seltensten Fällen das gesamte Microsoft Office Pakete dabei, AntiVirus-Programme laufen oft schon nach einem halben Jahr ab. Hier lohnt sich die Investition in die vollwertigen Programme. Fachhändler können oft auch gute Gesamtangebote machen, in denen dann eine vollwertige Microsoft Office Version und ein vollwertiges AntiVirus Programm (in einer günstigen OEM oder DSP Version) beiliegt. Beachten Sie jedoch, dass Sie bei OEM bzw. DSP Versionen i.d.R. nicht Update und nicht Support berechtigt sind. In anbetracht des günstigen Preises lohnen sich diese Pakete meist trotzdem!

Microsoft ist dazu über gegangen bei Betriebssystemen zwei Pakete anzubieten, aktuelle "Microsoft Windows XP Home" und "Microsoft Windows XP Professional". Wenn Sie in Ihrem Betrieb mehrere PCs miteinander vernetzen, so sollten Sie auf jeden Fall darauf achten, dass der Computer mit der Professional Version ausgeliefert wird. Ansonsten mag die Home Edition genügen, eine erweiterte Rechteverwaltung, Laptopsynchronisation und vieles mehr steht Ihnen dann jedoch nicht zur Verfügung!

Computer grosser Markenhersteller haben meist nur eine "Recovery CD" für das Betriebssystem dabei. Mit dieser Recovery CD können Sie den Computer lediglich in den Ursprungszustand versetzen, nicht jedoch eine individuelle Neuinstallation vornehmen. In der Praxis haben sich DSP oder Vollversionen des Betriebssystem besser bewährt!

Service und Garantie

Oft haben vermeintliche Schnäppchen Probleme mit dem Service. Zwar werden manchmal 2 oder 3 Jahre Garantie gegeben, jedoch benötigt die Reparatur oft mehrere Wochen. Wenn Sie nur einen Computer haben auf den Sie oft angewiesen sind, empfiehlt es sich auf jeden Fall an den Fachhandel zu wenden. Vor allem, da dieser oft genau so günstige Angebote hat. Jeder gekaufte PC sollte mindestens 2 Jahre Garantie, besser noch 3 Jahre aufweisen. Achten Sie auch auf die Details, manche Anbieter bieten auch ein Vor-Ort Service an!

Peripheriegeräte

Die großen Elektroketten bieten PCs gerne mit Drucker, Scanner und vielem mehr an. Doch gerade hier wird meist gespart, um einen attraktiven Preis zu erzielen. Während bei Scannern auch ein günstiger PC für ein Kleinbüro ausreicht, ist dies bei Druckern meist nicht so. Beim Drucker sollten Sie auch besonders auf die Verbrauchsmaterial (Toner bzw. Tintenpatronenkosten, etc.) achten! Ganz selten haben Komplettangebote einen wirklich interessanten Drucker dabei!

Auch beim Monitor wird gerne gespart, wenn auch hier eindeutig der Trend zu qualitativ höheren Monitoren auch bei Komplettgeräten geht. Auf 15-Zoll Flachbildschirme (mind. 16 Zoll) oder 15-Zoll Röhrenmonitore (mind. 17 Zoll) sollten Sie verzichten. Bei Röhrenmonitoren sollte dieser die TCO99 Norm erfüllen.

 

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