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Arbeitszeugnisse - zwischen den Zeilen lesen  
 von Barbara Kranz* * * 

 
Arbeitszeugnisse wirken oft auf

Arbeitszeugnisse wirken oft auf den ersten Blick sehr ansprechend. Positive Formulierungen, gute Wünsche für die Zukunft... doch was steckt wirklich hinter den gerne benutzten Floskeln in Zeugnissen?


Manchmal ist es besser zwischen den Zeilen zu lesen, bevor man einen Mitarbeiter neu einstellt:
 


- Am besten das Zeugnis von vorne nach hinten lesen. Die Schlussfloskel eines guten bis sehr guten Zeugnisses enthält immer das Bedauern des Arbeitgebers über das Ausscheiden des Arbeitsnehmers, den Dank für geleistete Dienste und gute Wünsche für die Zukunft. Fehlen diese Elemente vollkommen, fragen Sie den Bewerber nach dem Verhältnis zu seinem letzten Arbeitgeber, seiner Position im Team usw.


- Es macht einen gewaltigen Unterschied, ob im Zeugnis „zu unserer vollsten Zufriedenheit“, „zu unserer vollen Zufriedenheit“ oder „zu unserer Zufriedenheit“ steht. Es stimmt zwar, dass „vollste“ grammatikalisch zwar nicht richtig ist, aber es hat sich im Deutschen mittlerweile so eingebürgert. „Zu unserer vollsten Zufriedenheit“ würde im Schulnotensystem die Note 1 sein, während „Zu unserer Zufriedenheit“ lediglich eine mittelmäßige Leistung bezeichnet. Wenn Sie als Personalchef ein Zeugnis ausstellen und „vollstes“ nicht verwenden wollen, weil es grammatikalisch nicht 100%ig korrekt ist, dann verwenden Sie Floskeln wie „Wir waren mit seinen/ihren Leistungen stets außerordentlich zufrieden“.
 

- Sprache weckt Emotionen und Assoziationen. Ein Wort mehr oder weniger entscheidet oftmals über ein positives oder negatives Empfinden. Das wohl bekannteste Beispiel dafür ist das halb leere und halb volle Glas. Einige Beispiele wie sie oftmals in Arbeitszeugnissen vorkommen:
Die Formulierung „... war stets bereit“: War er stets bereit etwas zu tun oder hat er tatsächlich etwas getan? Hat er nicht genug Eigeninitiative gezeigt und at „stets bereit“ in seinem Bürostuhl auf Arbeit gewartet?
„Verfügte“ er über sehr gute Kenntnisse oder brachte er sie auch in die Arbeit ein?
Wenn Sie selbst ein Zeugnis ausstellen, achten Sie immer auf diese Formulierungen und lassen Sie es immer „gegenlesen“. Nur so kann verhindert werden, dass Sie (ungewollt) ein schlechtes Arbeitszeugnis ausstellen, obwohl Sie mit dem Arbeitnehmer zufrieden waren.

- Wie erkennen Sie Kritik im Zeugnis? Kritik wird oftmals subtil angebracht, man entdeckt sie oftmals erst nach mehrmaligem Lesen:
Wörter wie "sehr", "außerordentlich" "immer" oder "stets" füllen die so genannten „Nullstellen“ eines Zeugnisses. Wenn sie an ganz bestimmten Stellen nicht stehen, bleiben die Nullstellen unbesetzt und das Niveau des Zeugnisses sinkt.
Ein verneintes Gegenteil ist auch kein gutes Zeichen, z.B. „war nicht uninteressiert“, „war nicht unfreundlich“....
Der Schreiber kann seine Kritik im Zeugnis zeigen, wenn er notwendige Dinge einfach nicht hineinschreibt. Tätigkeitsbeschreibung, Leistungs- oder Führungsbeurteilung dürfen in keinem Zeugnis fehlen! z.B.: Fehlen von Führungsleistungen bei Führungskräften oder Fehlen von Selbstständigkeit bei Chefsekretärinnen.

- Auch wenn Selbstverständlichkeiten übermäßig stark betont werden ist Vorsicht geboten. Wenn z.B. bei einem Außendienstmitarbeiter auf die „schöne, adrette Kleidung“ hingewiesen wird oder die „guten Kenntnisse im Grundrechnen“ bei Buchhaltern und Lohnverrechnern betont werden, stimmt oft etwas nicht.

Haben Sie Bedenken bei einem Zeugnis eines Bewerbers, sprechen Sie ihn direkt darauf an. Wenn Sie ganz sicher gehen wollen, können Sie natürlich auch einen professionellen Bewerbungscoach kontaktieren, der das Zeugnis (und somit ihren neuen, potenziellen Mitarbeiter) analysiert!
 

 

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